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Menschen - 4 außergewöhnliche Fakten über Johannes Kepler

Am 15. November gedenken wir Johannes Kepler.

Vier außergewöhnliche Fakten lassen Sie mit vielleicht anderen Augen auf den Universalgelehrten blicken. Er war Astronom, Astrologe, Mathematiker, Naturphilosoph, Optiker und Theologe. 

1. Ein 78-Jähriger geht wegen Kepler nicht in Rente

1983 entsteht die Idee. Etwa zehn Jahre dauert es, die Machbarkeit nachzuweisen. William J. Borucki kämpft in den 1990er Jahren verbissen um seine Kepler-Mission. Schließlich bewilligt die NASA im Jahre 2000 nach fast zwei Jahrzehnten das Projekt mit dem Ziel der Entdeckung extrasolarer und ggf. bewohnbarer Planeten.Die Behörde ernennt Borucki zum Leiter der Mission, deren Start sich bis ins Jahr 2009 verzögert. Die ursprüngliche Dauer der Mission beträgt vier Jahre. Aktuell sieht es nach einem Ende in 2018 aus. 

Am 3. Juli 2015 zeichnet Präsident Barack Obama den Forscher mit höchsten Ehren aus und verabschiedet ihn nach damals 53 Berufsjahren in Rente. Doch diese Rechnung machte er ohne den Wissenschaftler. Der erscheint weiterhin fast jeden Tag am Ames Research Center in Moffett Field, Kalifornien und kümmert sich um seine Mission.

Denn bevor die Kepler-Mission beendet wird, geht Borucki keinesfalls in Rente.

2. 11 Frauen in weniger als 2 Jahren

Als "Witwer, 41 Jahre alt und saftlos" (Selbsteinschätzung) geworden, lädt Kepler zu seiner Hochzeit ein. Er heiratet die Linzerin Susanna Reuttinger. Was und das wir soviel davon wissen, verdanken wir Johannes Kepler selbst. Er berichtet in Briefen und in seiner Hochzeitseinladung, wie er in weniger als zwei Jahren 11 Frauen prüfte und ihnen den Hof machte. Schließlich entscheidet er sich für Kandidatin Nummer fünf. 

Seine Befürchtung, dass sein "Mannesalter den Gipfel überschritten hat und bereits zur Neige geht", bewahrheitet sich nicht. 7 Kinder zeugte er mit seiner Susanna.

3. Universeller Namenspatron - im Zweifel Kepler

So vielseitig wie die Interessen von Johannes Kepler ausfallen, so mannigfaltig fungiert er heute als Namenspatron. Neben der Weltraummission und dem Teleskop tragen auch Sterne und Planeten seinen Namen. 

Im wissenschaftlichen Bereich schmücken sich unzählige Schulen sowie eine Universität in Linz mit seinem Ruhm. Straßen oder ein Krankenhaus zählen im Vergleich zu einer Oper oder dem Mondkrater schon fasst zu trivialen Ehrungen.

Natürlich gibt es Gedenkmünzen (tschechische Republik), Sternwarten oder Monumente. Richtig ausgefallen in diesem Zusammenhang scheint die Nutzung durch die Firma Nvidia zu sein. Der Spezialist für Grafikkarten nutzt den Gelehrten als Bezeichnung für seine Prozessor-Mikorachitektur.

Unwillkürlich entsteht das Gefühl, dass, wenn jemand nicht weiß, nach welcher berühmten Persönlichkeit er etwas benennen könne, passe im Zweifel immer Kepler. 

So auch in Wien. Der Legende nach benennt die dortige Stadtverwaltung 1862 eine Gasse nach dem berühmten Mann, weil man sich nicht zwischen zwei anderen zur Wahl stehenden Namensgebern einigen konnte.

4. Ein Milliardär zahlt nicht für exorbitant teure Horoskope

Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein ist eine schillernde Persönlichkeit des Dreißigjährigen Krieges. Nach heutigen Maßstäben steigt er in seinen 51 Lebensjahren zu einem Milliardär auf. Der Generalissimus des Kaisers befehligt und bezahlt zeitweise über 100.000 Soldaten aus eigener Tasche. 

Kepler erstellt für ihn Horoskope. 1630 schuldet Wallenstein dem Gelehrten 12.000 Gulden, die Kepler in Regensburg einfordern will. Wie exorbitant teuer diese Weissagungen sind, erkennt der Laie an folgenden zwei Vergleichen.

Ein Tagelöhner verdient damals rund 3 Groschen. 36 Groschen ergeben einen Gulden. Würde ein Tagelöhner also jeden Tag im Jahr 3 Groschen verdienen, erreichte er nur die Summe von ca. 30 Gulden. Ärzte erzielen 1630 ein Einkommen von 100 Gulden jährlich. 12.000 Gulden entsprechen also einem mehr als gepfefferten Preis.