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Achtsamkeit und Aufmerksamkeit – eine wohltuende Verbindung!

von Volker Rojahn

Die Annäherung an das Thema "Achtsamkeit" und dessen Bedeutung für uns und unseren Alltag verlangt zunächst ein wenig Klarheit im Umgang mit den Begriffen: Achtsamkeit ist eine Qualität des menschlichen Bewusstseins, eine besondere Form von Aufmerksamkeit. Es handelt sich dabei um einen klaren Bewusstseinszustand, der es erlaubt, jede innere und äußere Erfahrung im gegenwärtigen Moment vorurteilsfrei zu registrieren und zuzulassen.

Die Achtsamkeitspraxis hat ihre Wurzeln in der zweieinhalbtausend Jahre alten buddhistischen Lehre "Satipatthana-Sutra". Der Medizinprofessor und Molekularbiologe Dr. Jon Kabat-Zinn erkannte den Wert der darin enthaltenen Meditationen für unser Leben im 21. Jahrhundert. Er entwickelte 1979 aus diesen buddhistischen Meditationsübungen ein medizinisches systematisches Programm zur Stressbewältigung, das unter dem Namen MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction = Stressbewältigung durch Achtsamkeit) bekannt ist: "Man kann Achtsamkeit pflegen, indem man in besonderer Weise aufmerksam ist: so gegenwärtig, reaktionsfrei, urteilsfrei und offenherzig wie möglich."

Dabei soll insbesondere eine nicht wertende, beobachtende Geisteshaltung entwickelt werden, die entspannter und gelassener macht. Konkret: Sie tun weiter, was sie tun, aber ein Teil Ihrer Aufmerksamkeit beobachtet, was Sie tun. Genau darin besteht eine der großen Herausforderungen für Menschen, die im Alltag von vielerlei Einflüssen getrieben sind und sich dieser Geisteshaltung nähern möchten.

"Du kannst die Wellen nicht stoppen, aber du kannst lernen zu surfen" (Kabat-Zinn)

Viele Menschen haben Probleme mit der Frage: "Worin sind Sie wirklich gut?" Der Grund: Kaum jemand nimmt sich die Zeit für Selbstreflexion. Wenn Sie sich in der Achtsamkeit auf sich selbst konzentrieren, werden Sie dabei wahrscheinlich eine Menge über sich erfahren. Eines ist dabei sicher - es lohnt sich für die eigene Weiterentwicklung.

Wer regelmäßig Achtsamkeitsübungen durchführt, einen Gang runterschaltet und die Dinge bewusst und unkritisch wahrnimmt, kann auch von weiteren Vorteilen profitieren:

  • Sie können besser mit Stress und Belastungen umgehen.
  • Sie treffen bessere Entscheidungen.
  • Sie machen sich weniger Sorgen und hören auf zu grübeln.
  • Sie entwickeln positivere Gedanken und eine optimistische Grundeinstellung.
  • Sie werden geduldiger - mit sich selbst und mit anderen.
  • Sie lernen sich selbst, Ihre Stärken und Schwächen besser kennen.

Die Achtsamkeit kann somit als eine Art Gegenkonzept zu dem ständigen Wettlauf gesehen werden, den die meisten von uns in ihrem Lebensalltag erfahren. Endlich liegt der Fokus nicht mehr auf dem Tempo, sondern auf der Ruhe. Nicht mehr auf dem "was ist morgen?" sondern auf dem Hier und Jetzt. Ein Ansatz oder mehr noch - eine Lebenseinstellung - mit wohltuenden Erfahrungen, Erkenntnissen und Erlebnissen für jeden von uns. Empfehlenswert!