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Karneval, Vampire und die Kunst der Verwandlung

Im Februar prägt Karneval in vielen Regionen Deutschlands und Europas das öffentliche Leben. Verkleidung, Masken und der bewusste Rollenwechsel stehen im Mittelpunkt einer Zeit, in der Regeln für einen Moment in den Hintergrund treten.

Die Ursprünge dieser Bräuche reichen weiter zurück als ins Mittelalter. Bereits in der Antike wurden während der römischen Saturnalien gesellschaftliche Ordnungen zeitweise aufgehoben. Rollen wurden getauscht, Autoritäten infrage gestellt und Masken getragen. Der Gedanke, für kurze Zeit aus festgelegten Strukturen auszubrechen, steht seitdem im Zentrum dieser Feste.

Im Mittelalter griff der Karneval diese Traditionen auf und verband sie mit der Zeit vor der christlichen Fastenperiode. So entstand die Form des Karnevals, wie wir sie heute kennen: als bewusstes Gegenstück zu Ordnung, Verzicht und Disziplin.

Bis heute gehört das Verkleiden fest zum Karneval. Neben klassischen Narrenfiguren erfreuen sich auch düstere Gestalten großer Beliebtheit. Eine der bekanntesten Figuren ist dabei der Vampir.

Zu Beginn noch 3 Karnevalswitze

Was sagt ein Jeck, wenn er ein Gericht mit Fleisch bestellt?

Tatar!


Was macht ein Karnevals-Clown im Büro?

Faxen!


Die Polizei hält einen Jeck an: "Haben Sie noch Restalkohol?"

Jeck: "Ich verbitte mir die Bettelei, außerdem haben wir alles ausgetrunken!"

Vom historischen Fürsten zur literarischen Legende

Doch woher stammt diese mystische Kultfigur eigentlich?


Liegt dem berühmtesten Vampir der Literatur ein reales Vorbild zugrunde?
Hatte der irische Schriftsteller Bram Stoker vor über hundert Jahren einen echten Menschen im Kopf, als er die Figur des Dracula schuf?

Der Name Dracula geht auf eine historische Person zurück.
Vlad Draculea wurde vermutlich um 1431 im siebenbürgischen Schäßburg im heutigen Rumänien geboren.
Der Beiname „Dracula“ bedeutet nicht, wie oft angenommen, Teufel, sondern leitet sich vom Vater Vlads ab, der als Ritter des Drachenordens den Beinamen „Dracul“ – der Drache – erhielt.
Sein Sohn wurde entsprechend „Draculea“, der Sohn des Drachen, genannt.

Vlad II. herrschte über die Walachei, ein Gebiet an der östlichen Grenze des damaligen ungarischen Königreiches.
In einer Zeit politischer Instabilität verbrachte Vlad Draculea seine Jugend als Geisel am Hof des osmanischen Sultans.
Nach dem gewaltsamen Tod seines Vaters kehrte er zurück und übernahm die Herrschaft.

Zeitgenössische Berichte beschreiben Vlad als äußerst brutalen Machthaber.
Besonders bekannt wurde seine Praxis, getötete Gegner auf Pfählen zur Schau zu stellen, was ihm den Beinamen „der Pfähler“ einbrachte.
Dennoch galt er zu Lebzeiten nicht als Vampir, sondern als grausamer, kompromissloser Herrscher.

Erst später vermischten sich historische Fakten mit literarischer Fantasie.
Aus einem realen Menschen wurde eine mythische Figur, die bis heute fester Bestandteil von Verkleidung, Popkultur und Karneval ist.

Gerade in der närrischen Zeit zeigt sich, wie schnell Geschichte zur Geschichte wird – und wie leicht Masken Realität und Fiktion miteinander verbinden.