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Sprachmagie – Gespräche steuern mit Minimalaufwand

Aus der Werkzeugkiste der Sprachmagie habe ich Ihnen zwei kleine, aber hochwirksame Zaubermittel herausgesucht: die Schlüsselwörter und die Interjektionen.

Schlüsselwörter

Was tun Schlüssel? Sie öffnen Verschlossenes und geben Zugang zu Neuem. Genau dies tun Schlüsselwörter auch. Ihr Schlüsselbart besteht aus mindestens einer gedanklichen Verbindung (Assoziation) und mindestens einem Gefühl.

Zum Beispiel:

Schlüsselwort: 'Budget'

Verbindungen: Geld, Mittel, Vorgabe...

Gefühle: Leitplanken, Enge, Spielraum, Kampf...

Was würde sich ändern, wenn Sie oder Ihre Gesprächspartnerin statt 'Budget' eines dieser Synonyme(Wörter mit gleicher Bedeutung) verwendeten: 'Rahmen', 'Möglichkeiten', 'Mittel', 'Grenzen'?

Probieren Sie es gleich einmal aus:

1. Schlüsselwort: 'Konzept'

-> Welche gedanklichen Verbindungen ziehen Sie?

-> Welche Gefühle verbinden Sie mit diesem Schlüsselwort?

oder

2. Schlüsselwort: 'Kontrolle'

-> Welche gedanklichen Verbindungen ziehen Sie?

-> Welche Gefühle verbinden Sie mit diesem Schlüsselwort?

Zwei Ergebnisse sind sehr wahrscheinlich:

Sie werden erstens eine ganze Menge gedanklicher Verbindungen gefunden haben, die zweitens ganz unterschiedliche Gefühle auslösen können. Und genau das ist der Punkt: Was ein Mensch assoziiert, hängt von vielen Faktoren ab, wie etwa Persönlichkeit, Werte, Ausbildung, Erfahrung, Rolle oder Macht.

Was ein Mensch fühlt, hängt ebenfalls von Faktoren wie den eben genannten ab und zusätzlich sehr stark von der aktuellen Situation, den Zielen und Vorannahmen/Erwartungen. Je besser Sie also Ihre Gesprächspartner kennen oder sich in sie hineinversetzen, desto eher wählen Sie das Schlüsselwort, welches die Tür zum richtigen Raum öffnet: Verlangen, Schmerz, Sorge, Angst, Gier, Sicherheit, Freude, Abenteuer.

Achten Sie doch die nächsten zwei Wochen einmal darauf, wie Sie und Ihre Gesprächspartner auf unterschiedliche Wörter reagieren und probieren Sie etwas Neues aus.

Interjektionen

Wie bringen Sie eine Partie Golf oder ein Handballspiel durcheinander? Wie bringt man jemanden am besten aus dem Konzept oder dringt in ihren Monolog ein? Richtig: indem man etwas ins Spiel wirft. Einen Ball oder ein einziges Wort.

Nichts anderes sind die sogenannten Interjektionen (lat. 'Einwürfe' oder 'Dazwischenwürfe'). Immer geht: "M-m", "Ääh", "Ja", "Ach", "OK", "So". Und zwar mit steigender, schwebender oder sinkender Stimmmelodie, also etwa m-m', m-m= oder m-m,. Zwischen diesen drei Intonationen liegen Welten.

Kontextabhängig werden Sie auch schon einmal spezifischere Wörter verwendet haben, so wie etwa "tatsächlich", "nein", "oha","unglaublich". Diese Interjektionen dienen nicht nur der Verwirrung, sondern können auch sehr gut benutzt werden, um das Rederecht zu übernehmen. Das geht ganz einfach, indem Sie von der Intonation höflicher/interessierter Rückmeldesignale wie m-m', m-m= oder jaa=, jaa' übergehen zu der Intonation für Rederechtbeanspruchung wie m-m, oder sehr kurzen ja=, ja, .

Binnen kurzer Zeit werden Sie die Gelegenheit erhalten, einen eigenen Gesprächsbeitrag zu lancieren. Hören Sie in den nächsten zwei Wochen ganz genau hin; Sie werden merken, wie jedes Gespräch durch diese kleinen Wörter gesteuert wird. Und probieren Sie es einmal aus, macht Spaß.

Viel Erfolg mit wenig Aufwand!

 

Auch Sie möchten mit Sprache steuern? Mit Dr. Stefan Goes lernen Sie im Strategieseminar Sprachmagie am 22./23. September 2015, mit Sprache zu überzeugen.

So sprechen Sie das tiefere Gefühl und die geheimen Ziele an!

  • Analysieren Sie Äußerungen Ihres Gesprächspartners hochpräzise und deuten Sie diese richtig.
  • Steuern Sie Gespräche mit diesen Informationen und speziellen, sprachwissenschaftlichen und systemischen Methoden.
  • Üben Sie die Grundlagen der lingua-systemischen Gesprächsanalyse.
  • Erproben Sie das neu Gelernte.