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Menschen – Dr. Volker Hasse über andere Benefits

Was man tun kann, wenn man im Job schon viel getan hat, aber endlich einmal etwas ganz anderes tun möchte?

Als freiberuflich tätiger Unternehmensberater hat man die Chance, mit 65 nicht so von jetzt auf gleich „in Rente“ zu gehen, sondern den Übergang flexibler zu gestalten. Was liegt näher, als die selbst geschaffenen Freiräume mit ehrenamtlicher Tätigkeit zu füllen und sich damit neue, aber ganz andere Ziele zu setzen.

Serviceorganisationen wie Rotary oder Lions bieten die Gelegenheit, um sich für soziale Projekte in der Heimatgemeinde und auch im Ausland zu engagieren. Dabei geht es nicht in erster Linie darum, einen kleineren oder größeren Geldbetrag an eine bekannte gemeinnützige Organisation, z. B. die Kindernothilfe e. V. zu überweisen, sondern die Herausforderung besteht darin, ein Projekt selber aufzubauen und dann auch umzusetzen.

Das erfordert erhebliches persönliches Engagement sowie Professionalität und Ausdauer, wenn man messbare Erfolge und nachhaltige Ergebnisse erzielen will. Neues aufzubauen, Pilotprojekte quasi als Blaupausen für weitere zu managen, hat mich auch als Berater schon gereizt, also warum nicht einmal ehrenamtlich so etwas für das Gemeinwohl tun? Und da ist keiner, der von außen Erwartungen aufbaut, sondern es wird permanent der eigene Antrieb gefordert, wenn z.B. etwas nicht auf Anhieb klappt.

Woher kommt das Geld für Projekte?

Rotary, um bei meinem Fall zu bleiben, versteht sich als Serviceorganisation mit einem weltweit tätigen Netzwerk und erwartet von seinen Clubmitgliedern regelmäßig Beiträge für verschiedene Spendentöpfe, aus denen dann Projekte finanziert werden. Viele Clubs organisieren auch Fundraising-Projekte mit dem Hauptziel, Überschüsse zu erzeugen und diese dann für ein Projekt einsetzen zu können. Typische Beispiele dafür sind Benefizkonzerte, Spendenläufe oder –radrennen, aber auch Aktionen auf Weihnachtsmärkten o.ä. durch Verkauf von Glühwein oder Selbstgebackenem. Haben Sie schon einmal ein Benefizkonzert organisiert? Mich hat es über ein Jahr lang richtig gefordert, aber es hat sich gelohnt.

Crowdfunding einmal anders

Mit dem Spendenportal www.spend4projects.org ergab sich für mich die Gelegenheit, ein internetbasiertes Instrument nach dem Crowdfunding-Prinzip auszuprobieren, ob damit auch außerhalb der Clubs Spender auf ein spannendes Projekt aufmerksam gemacht und zu Spenden angeregt werden können. Hierzu musste ein gemeinnütziger Förderverein gegründet werden, dessen ehrenamtliche Geschäftsführung ich übernommen habe und dabei nebenbei auch einiges über die steuerlichen Aspekte der Gemeinnützigkeit lernen durfte.

Bei der Vermarktung dieses Portals stellt sich mir und meinen Mitstreitern die Herausforderung, ob sich die inzwischen weit verbreiteten Social Media-Netze wie Facebook oder Twitter als Multiplikator und Werbeträger einsetzen lassen und damit das Portal bekannt gemacht werden kann. Analog zu „Investiere in eine gute Idee“ posten wir: „Investiere in ein gutes Gefühl“. Haben Sie schon einmal versucht, „gute Gefühle“ an die Facebook-Gemeinde zu verkaufen?

Ich versuche darüber hinaus, durch Finanzierungshilfen der Rotary Organisation die eingeworbenen Spenden noch zusätzlich bis zum Faktor 4 zu hebeln, d.h. zu verdoppeln oder sogar zu vervierfachen