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Menschen – Katy Siems über Kommata

Komma her – oder: Wie das Kind (s)einen Namen bekam

Ich mache mich selbstständig! Zunächst nur ein Gedanke, dann eine immer konkreter werdende Idee und nach einiger Zeit auch die Umsetzung derselben. Und zwischen dem Erstellen eines Businessplans, dem Nachdenken über eventuell notwendige Anschaffungen, Existenzgründerseminaren und kurzen Workshops immer wiede die Frage „Welchen Namen soll mein kleines Eine-Frau-Unternehmen tragen?“.

Lektorat mit Komma und ohne Garten

Einmalig soll er sein, natürlich, denn Lektoren und Korrekturleser gibt es vielleicht nicht wie Sand am Meer, aber doch wesentlich mehr als von mir zunächst vermutet. Also, was macht man in so einem Fall? Tja, das, was heutzutage der größte Teil der Menschen in so einem Fall tut: Google befragen. Macht man sich also auf die Suche nach Namen für ein Lektorat, stößt man innerhalb kürzester Zeit auf 'Textpolierer', 'Textgärtner', 'Textwerkstätten', 'Orthografen' und viele andere mehr.  Das sind dann schon die kreativeren Namen. Es wimmelt aber auch geradezu von Bezeichnungen wie 'Lektorat Müller' oder 'Lektorat Meier'. Letztgenannte Variante war mir schlicht und einfach zu langweilig. Und mit so etwas wie 'Textgärtnerei Katy Siems' oder 'Textwerkstatt Siems' konnte und kann ich mich beim besten Willen nicht identifizieren.

Ich, die absolut das Gegenteil von einem grünen Daumen hat und bei der sogar Kakteen jämmerlich eingehen, soll 'Textgärtnerei' als Unternehmensnamen in Erwägung ziehen? Keine Chance! Oder 'Textwerkstatt Siems'? Klingt doch nach guter, deutscher Handwerksarbeit. Mag sein, aber meine Wenigkeit ist nicht einmal in der Lage, einen Nagel vernünftig, also gerade, in die Wand zu schlagen. Katy Siems in Verbindung mit echter Handwerksarbeit? No way! Hinzu kommt dabei für mich noch der Gedanke, dass in einer Werkstatt zum einen etwas hergestellt, erschaffen wird und zum anderen Dinge repariert werden. Für meine Begriffe stelle ich nichts her oder erschaffe etwas aus dem Nichts. Nein, ich verbessere das, was bereits vorhanden ist oder mache entsprechende Verbesserungsvorschläge. Auch 'repariere' ich nichts, denn das hieße, dass das, was bei mir ankommt, 'kaputt' wäre. Ich korrigiere und optimiere Texte aller Art, ich mache sie nicht 'heile'.

Was mir wichtig ist: Identifikation

Für mich war und ist es wichtig, dass ich einen Namen finde, hinter dem ich wirklich stehe, mit dem ich mich auch für eine lange Zeit identifizieren kann.

Also weiter. Was gefällt mir, was macht mir Spaß, was passt zu mir? Über mehrere Tage hinweg habe ich mir dann Namen aufgeschrieben, die mir zufällig in den Sinn kamen. Ohne jegliche Wertung wurden sie zunächst gesammelt und notiert. Dann habe ich mich immer mal wieder mit meinem Freund darüber unterhalten. Es wurde diskutiert und abgewogen, durchgestrichen, wieder aufgeschrieben und wieder verworfen. Ein Vorschlag meines Freundes war 'der springende Punkt'. Dieser Name war lange im Rennen, steht er in meinen Augen doch für eine gewisse Dynamik und hat auch etwas mit Sprache und Wortspielerei zu tun. Und ich liebe Wortspielereien!

Geist, Bett und Logo

Vor meinem geistigen Auge bildete sich sogar schon ein Logo ab, aber irgendwie… Irgendwie fehlte mir noch das gewisse Etwas, der Clou, das i-Tüpfelchen. Dann lagen wir eines Tages auf dem Bett, diskutierten mal wieder über die Namensgebung. Nach einiger Zeit verfielen wir in Schweigen und jeder hing seinen Gedanken nach. Und dann: Nach einigen Minuten der Stille sprang es mich geradezu an: 'Komma her', sagte ich einfach in die Stille hinein und konnte mir ein leichtes Grinsen nicht verkneifen. Mein Freund war ein wenig perplex: 'Was?' "‚Komma her‘, der Name für mein Unternehmen!", wiederholte ich und erklärte es ihm. Er war noch nicht so ganz überzeugt, aber ich wusste: Das isses! Genau so etwas hatte ich mir vorgestellt: Etwas flapsige Aufforderung und gleichzeitig sprachlich-grammatischer Bezug, ein Wortspiel! Und von diesem Namen war ich dann auch nicht mehr abzubringen. Ich gebe zu, ich bin auch heute immer noch ein wenig stolz darauf, dass mir dieser Name eingefallen ist, denn kreativ etwas aus dem Nichts zu erschaffen, ist eigentlich nicht so mein Ding. Aber zu jenem Zeitpunkt hatte ich offensichtlich gerade einen sehr lichten Moment.

Und nachdem ich dann umgehend geprüft habe, ob der Name und die entsprechende Domain zu haben sind (waren sie, wie man unschwer erkennen kann), stand dem Unternehmen komma her – Korrektorats- & Lektoratsservice Katy Siems M.A. nicht mehr im Wege.

In diesem Sinne: Komma her!