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Menschen – Ralf Mühlenhöver über 1.000 Kilometer Laufstrecke

Das Ziel ist das Ziel, und nicht der Weg

Bei einem Aufenthalt in Chicago vor vielen Jahren habe ich viele Jogger gesehen, die morgens am See ihre Runden drehten – da habe ich mich wohl angesteckt. Seitdem lässt mich diese Leidenschaft nicht mehr los. Ohne es zu übertreiben genieße ich die körperliche Anstrengung und die Möglichkeit, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Ein ordentlicher Lauf am frühen Morgen gibt Energie für den ganzen Tag. Auch nach einem anspruchsvollen Arbeitstag gibt es für mich nichts Schöneres, als Joggen zu gehen. Sobald ich meine Laufschuhe anziehe und die ersten Schritte in der Natur hinter mir habe, entspanne ich mich.

Die Konzentration beschränkt sich auf meine Atmung und das Laufen. Alles, was mich am Tag beschäftigt hat, wird verarbeitet und es tritt dann eine Ruhe ein, die für mich etwas Meditatives hat. Viele Ideen für mein Privat- und Arbeitsleben sind so entstanden. Nach einem Lauf kehre ich völlig entspannt und eins mit mir selbst zu meiner Familie zurück. In den letzten Jahren hatte ich nicht immer die Möglichkeit, mich diesem Hobby so zu widmen, wie ich es gern getan hätte. Es bleibt nur wenig Zeit für all meine Interessen, da ich eine Familie mit Frau und zwei Kindern habe und Geschäftsführer eines 100-Personen-Unternehmens mit mehreren Standorten in Deutschland und Österreich bin.

Trotzdem versuche ich immer, die Zeit für das Laufen aufzubringen. Leider funktionierte es oft nicht so, wie ich es mir eigentlich vorstellte. Aus diesem Grund, habe ich mir an Silvester 2014 ein Ziel gesetzt. Ich wollte mich motivieren, mir mehr Zeit für das Laufen zu nehmen und habe deshalb beschlossen, dass ich im Jahr 2015 insgesamt 1.000 Kilometer laufen will.

Woher ich diese Zahl habe?

Ganz einfach, ich habe mir mein Laufpensum über ein Jahr angesehen und daraus die Kilometer errechnet, die ich bisher in einem Jahr zurückgelegt habe (ca. 500 bis 600 Km). Nun sind etwas mehr als 2/3 des Jahres herum, und ich habe schon fast 3/4 meines Ziels – 735 Kilometer, um genau zu sein - hinter mich gebracht. Es sieht momentan also ganz danach aus, dass ich den mehr oder weniger spontan entwickelten Plan umsetzen kann.

Ein weiterer Ansporn für mich ist die Idee, nach dem Erreichen des Ziels einen vorher mir selbst versprochenen Geldbetrag für eine lokal tätige Organisation zu spenden, die sich für den Kampf gegen Armut einsetzt. Im Leben ist es sehr wichtig, sich erreichbare und manchmal sogar, in den Augen anderer, hochgesteckte, evtl. unerreichbar erscheinende Ziele zu stecken. Sie helfen, den Fokus zu behalten, ob nun im privaten oder im beruflichen Leben. Ich glaube, dass jeder ein Ziel braucht, auf das er oder sie zuarbeiten kann, denn nur so treten wir auch den steinigen Weg zur Zielerreichung an. Menschen hätten niemals den Mt. Everest bestiegen oder wären berühmte Schauspieler geworden, wenn sie sich nicht vorher dieses Ziel gesetzt hätten. Ein Ziel formt den Willen, es mit hundert Prozent Einsatz erreichen zu wollen.

Eines der Highlights beim Verfolgen des 1.000-Kilometer-Ziels waren sicherlich die 2 Läufe im Iran.

Ich war im Sommer für 2 Wochen bei der Familie meiner Schwiegereltern, und ich durfte ein faszinierendes Land kennenlernen. Eine jahrtausendealte Kultur – älter als die Ägyptens oder Chinas - trifft auf ein modernes Land im Umbruch – voller Widersprüche und mit vielen Herausforderungen. Aber zurück zum Thema, des Laufens. Meine Idee, auch im Iran Laufen zu gehen, traf bei meiner Familie zuerst auf etwas Belustigung, denn so ganz normal ist es sicherlich nicht, bei Temperaturen deutlich über 30 Grad draußen Sport zu machen, zudem in einem Land, in dem es auch für Männer gewisse Bekleidungsvorschriften gibt (lange Hose, bedeckte Schultern, …). Nach 2 Tagen in Isfahan – das Bild zeigt den zweitgrößten Platz der Welt, auf dem früher Polo gespielt wurde – habe ich mich dann getraut und bin morgens um kurz nach 7 aufgebrochen, um laufend die aufwachende Stadt zu erleben.

Und das war ein Erlebnis der ganz besonderen Art: Die Kühle der Nacht war noch da, kaum Menschen unterwegs, die aufgehende Sonne über dem die Stadt prägenden Fluss – ein tolles Erlebnis. Das Foto zeigt die Brücke Siosepol mit den namensgebenden 33 Bögen. Nach weiteren Stationen im Iran – Kashan, Aligoudarz, Qom – kamen wir am Ende der Reise nach Teheran. Auf meine Frage an einen Cousin meiner Frau, ob man draußen Sport machen könne, antwortete er begeistert, dass er mich zu einer mehrstündigen Tour einladen wolle. Auf dieser hat er mir die Megastadt Teheran von ihrer grünen Seite gezeigt, inklusiv der wahrscheinlich schönsten Fußgängerbrücke der Welt, der Tabiat-Brücke. Alles in allem konnte ich in diesen 2 Wochen neben faszinierenden Menschen, einer tollen Landschaft und einer uralten Kultur auch meinem Hobby frönen und das 1.000 Kilometer-Ziel weiter verfolgen … ein voller Erfolg also!

Was macht der Läufer sonst?

Mein Name ist Ralf Mühlenhöver und ich habe meine Ausbildung zum Industriekaufmann in der Maschinenbaubranche mit parallelem BWL-Studium in Münster von 1988-1991 absolviert. Nach einigen Jahren im Export, in denen ich tolle Länder wie Japan, Korea, die USA, Brasilien, uvm. kennenlernen durfte, wagte ich 1996 dann den Schritt in die Selbstständigkeit. Als Unternehmensberatung im Telekommunikationsbereich begann eine wilde Zeit – das alte Telekom-Monopol fiel gerade, und die Märkte waren im Umbruch. Dieses Unternehmen erhielt später die Generalvertretung von Voxtron in der deutschsprachigen Region (D/A/CH) und resultierte 1999 in der Gründung der Voxtron GmbH, dem deutschen Standort der Software-Gruppe. Über 10 Jahre leitete ich das Unternehmen und war Mitglied im internationalen Boards of Directors.

Im Oktober 2014 wurde die Voxtron an die Enghouse-Gruppe Systems verkauft. Ich bin weiterhin als Geschäftsführer von Voxtron GmbH tätig und sehe, wie wir mit dem neuen, globalen Hintergrund mehr leisten können als vorher. Zudem bin verantwortlich für die gesamte DACH-Region, inkl. den Unternehmen Andtek GmbH (UC- und CTI-Lösungen für Cisco) und IT Sonix AG (Outbound-CC-Software). Die Lösungen der drei Unternehmen sowie der internationalen Produkte von Enghouse realisieren die bestmögliche Kommunikation von Unternehmen mit ihren Kunden, z. B. in Call und Contact Centern, Bestell- und Reklamationshotlines, Telefonzentralen, Telemarketing, User Help Desks, Störungsannahmen sowie allgemeinen Büroarbeitsplätzen – den sogenannten ‚informellen Callcentern‘. Technologisch werden die Bereiche Unified Communications (UC), Automatische Kontakt-/Anrufverteilung (ACD), Unified Messaging (UMS), Computer-Telefonie (CTI), Sprachportale (IVR) sowie Sonderapplikationen im Kommunikationsumfeld abgedeckt.