Zur Navigation - Zum Inhalt

Inhalt

Notwendiges Übel oder nützliche Überlegungen? - Formalia

Wofür brauchen wir überhaupt das Thema Versicherung? Und wofür der ganze formale Kram?

Als fachlicher Ansprechpartner in einem Unternehmen steht man mitunter wie der sprichwörtliche Ochs vorm Berg. Damit Sie in Sachen Formalia bei Ausschreibungen auf der Gewinnerseite stehen, widmet sich der fünfte Teil unserer Serie diesem Thema.

Call Center, TeleSales, Vertriebssupport, Abrechnungsservice, Druckdienstleistungen oder IT-Leistungen (als Beispiele), Ausschreibungen zählen heute in der Regel zur betrieblichen Routine.

  • Als spezialisierte Unternehmensberatung weiß eisq, wie Sie mit Ihrer Ausschreibung den für Sie am besten passenden Dienstleister finden.
  • Sie als Leserin und Leser Ihres Beratungsbriefes partizipieren kostenfrei von unserem Know-how aus hunderten nationalen wie internationalen Projekten.

Haftpflicht - wozu dient sie?

In Beratungsprojekten begegnet uns immer wieder die Frage, warum das Thema Versicherungsschutz unbedingt in eine Ausschreibung gehört? Konkret geht es um die verschiedenen Arten der Haftpflicht.

Die Antwort lautet schlicht: weil es ggf. um viel Geld geht!

Dazu einige Beispiele zur Verdeutlichung:

  • Ohne IT läuft heute praktisch nichts mehr. Eine sogenannte Cyber-Risiken-Haftpflicht deckt je nach Ausgestaltung unterschiedliche Punkte ab. Was passiert, wenn die Daten Ihrer Kunden plötzlich durch einen Fehler eines Dienstleister-Mitarbeiters im Internet abrufbar sind? Denken Sie an Payment-Informationen, Hackerangriffe, Viren, und, und, und.
  • Suchen Sie einen Dienstleister, der für Sie u. a. auch Fulfillment-Leistungen übernimmt und beispielsweise wertvolle Ersatzteile versendet, fragen Sie nach der sog. Frachtführer-Haftpflicht-Versicherung. Wer mit Hermes, DHL, DPD und Co. ein Paket versendet, weiß, dass dieses in der Regel nur bis 500,00 € Warenwert versichert ist. Sprich: Für diesen Fall benötigen Sie Ihre Ersatzteile eine andere Versicherungssumme.
  • Planen Sie, dass Ihr potenzieller Auftragnehmer für Sie Programmierungen zum Beispiel vornimmt, um seine Systeme an die EDV Ihres Hauses anzubinden, gilt die IT-Haftpflicht. Wägen Sie ab, welche Schadenssummen hierbei ganz schnell entstehen können.
  • Haben Sie etwa vor, im Rahmen eines Messeauftritts ein Live-Call Center mit Ihren Dienstleister zu präsentieren, fragen Sie nach der Veranstalter-Haftpflicht. 
  • Das klassische Handwerker-Beispiel mit der Zigarette, die einen Hausbrand verursacht, kennen Sie bestimmt.

Nebenbei: Die EU-Dienstleistungsrichtlinie schreibt in sehr vielen Fällen einen Mindestschutz vor. Dieses liegt eventuell unter Ihrem Bedarf. Siehe Ersatzteile oben.

Deswegen:

Überlegen Sie, welche Risiken Sie im Zusammenhang mit Ihrer Dienstleistung erkennen. Fordern Sie in Ihrer Ausschreibung genau dazu Deckungenin der von Ihnen gewünschten Höhe ein. Dann sind Sie in der Lage, auch in diesem ggf. unerwartet teuren Punkt Ihre Anbieter zu vergleichen.

Bestimmungen Ihrer Ausschreibung

Was meint "Bestimmungen"? Wofür benötigen Sie einen solchen Teil? In der Passage regeln Sie, was wann gilt.

Dazu zählt Essenzielles - wie diese drei Aspekte:

  • Dürfen Anbieter Urheberrecht für geistiges Eigentum reklamieren, wenn sie an Ihrer Ausschreibung teilnehmen? Möglicherweise wollen Sie genau das ausschließen, weil Sie eventuell nach kreativen Lösungen suchen.
  • Gestatten Sie, das Anbieter Ihre Ausschreibung weiterreichen? U. U. streben Sie Verschwiegenheit bezüglich Ihres Projekts an, um einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen.
  • Bedeutet eine Teilnahme an Ihrer Ausschreibung, dass ein Auftragsverhältnis entsteht? Wahrscheinlich entspricht das nicht Ihrer Intention.

 Genauso verfahren Sie mit vermeintlich klare Punkten:

  • Wie stehen Sie zu Subunternehmen? Lassen Sie Bietergemeinschaften zu? Siehe dazu auch Weitergabe Ihrer Unterlagen.
  • Wer sind die Parteien? Wenn Sie oder Ihr potenzieller Dienstleister jeweils als Teil von Konzernen agieren, entsteht schnell eine interessante Gemengelage unterschiedlicher Akteure. Vielleicht bestehen/bevorzugen Sie eine Niederlassung in Deutschland als Vertragspartner anstelle einer Holding in den USA oder Indien.
  • Erwarten Sie verbindliche Preise, Termine, handelnde Personen, und sofort? Dann empfehlen wir Ihnen, dazu entsprechende Klauseln zu nutzen.

Meist benötigen Sie ungefähr eine DIN-A4-Seite, um derartige Bestimmungen zu fixieren. Mit dieser Arbeit geben Sie dem anderen Teil Ihrer Arbeit einen würdigen und wichtigen Rahmen. Es lohnt sich für Sie und Sie finden leichter den richtigen Partner.