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Menschen - 5 Service-Berufe im Wandel der letzten 100 Jahre

Heute leben wir in einer Dienstleistungsgesellschaft. Grob drei Viertel der Beschäftigten arbeiten im tertiären Sektor. Vor einhundert Jahren sah das noch ganz anders aus. Lediglich etwas mehr als ein Viertel entfiel auf diesen Wirtschaftsbereich.

Für Sie nehmen wir 5 Service-Berufe unter die Lupe und porträtieren, wie sich diese im Laufe der Zeit verändert haben.

1. Renaissance der Zusteller

Vor 100 Jahren gab es weder Internet noch Smartphone. Trotzdem oder gerade deswegen blühte das lokale Zustellwesen. Nachrichten und Warensendungen überbrachte der Bote. Für uns verblüffend:

Der Anteil der Kuriere, Boten, Zusteller oder neudeutsch Logistikfachkräfte an den Erwerbstätigen dürfte heute in etwa dem Wert von vor 100 Jahren entsprechen. Vor dreißig Jahren stellte sich die Lage ganz anders dar. Da bauten die Unternehmen zuhauf Logistikpersonal ab. Dank Internet erlebt der Beruf des Zustellers in seinen vielen Facetten – auch als sich abstrampelnder Auslieferungsfahrer bei Lieferando – eine Renaissance.

Wie schon damals lässt sich auch heute von den Einkünften mehr schlecht als recht der Lebensunterhalt bestreiten. Zwar wurden die Hilfsmittel (Transporter statt Handkarre, E-Bikes statt Rucksack) deutlich besser, zugleich nahm die Überwachung (GPS-Tracking) massiv zu.

2. Hausangestellte – 1925 4,1 % der Erwerbstätigen – heute praktisch inexistent

Rund jeder 25. der Erwerbstätigen arbeitete laut statistischem Bundesamt 1925 als Hausangestellter.

Heute klingt das unvorstellbar. Auch die nützlichen Haushaltshilfen wie Waschmaschine, Staubsauger, Geschirrspüler, Herd und Backrohr sorgen dafür, dass wir die Berufe als Hausmädchen, Diener und Co. nur mehr aus Romanen und Filmen kennen.

DiesenService-Beruf gibt es praktisch nicht mehr.

3. Altenpflege – ein neuer Beruf

Ganz anders verhält es sich mit der Altenpflege. Natürlich gab es vor 100 Jahren schon einen Pflegebedarf. So existierten sogenannte Siechenheime, die sich um demente, alte oder sonstige pflegebedürftige Menschen kümmerten. Meist zeichnete ein katastrophaler Zustand diese Verwahranstalten aus.

Das heutige Berufsbild in der Altenpflege und der Bedarf an entsprechendem Servicepersonal entstand erst in den letzten 50 Jahren Schritt für Schritt. Das umfasst ebenfalls eine entsprechende Ausbildung, die damals unbekannt war.

Die Altenpflege gilt in unserer Zeit als wachsender Berufszweig mit rund 590.000 Angestellten (lt. Statista).

4. Taxifahrer, pardon, Chauffeur einer Autodroschke, das galt was – ein männlicher Service-Beruf

Der Beruf des Taxifahrers wirkt heute alles andere als hochattraktiv oder relativ gut bezahlt. Vor 100 Jahren sah das noch ganz anders aus. Das Automobil trat trotz seines relativ hohen Anschaffungspreises seinen Siegeszug an, die Mobilität der Menschen nahm sprunghaft zu.

Wer als Chauffeur – ein ausschließlich männlicher Beruf – tätig war, verfügte u. a. gleich über mehrere Fertigkeiten. Anstelle unserer Navigationsgeräte war Ortskenntnis gefragt. Bis zur Einführung der Postleitzahlen 1941 herrschte bezüglich Orts- und Straßennahmen noch ein relatives Durcheinander. Dazu kam das Wissen um das Reparieren von Automobilen. Denn die mangelnde Haltbarkeit und Unzuverlässigkeit der damaligen Autodroschken würde heute jede Pannenstatistik sprengen.

Selbstverständlich benötigte man auch eine Kraftfahrerlaubnis. Das alles führte dazu, dass man als Chauffeur einer Autodroschke im Vergleich zu heute relativ gut verdiente.

5. Das Fräulein vom Amt – das Pendant für Frauen

Telefongespräche zu führen, war früher gar nicht so einfach. Um das Rauschen zu überdecken und überhaupt etwas zu verstehen, half eine hohe Stimmlage. Deswegen übten fast ausschließlich jüngere Damen den Beruf des Vermittelns eines Teilnehmers aus. Wer über eine gute Schulbildung und angenehme Umgangsformen verfügte, konnte als junge Dame ganz passabel davon seinen Unterhalt bestreiten.

Heutige Angestellte in einem Callcenter genießen ein ungleich geringeres Ansehen. Der Verdienst fällt in Relation zu vor 100 Jahren ebenfalls geringer aus.

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